Verabschiedung von Eberhard Pfister und Nicola Heckner

Zum Ende des Schuljahres verlassen Eberhard Pfister und Nicola Heckner, die gemeinsame Leitung der Schule, die Heimschule. Eberhard Pfister und Nicola Heckner übernahmen in den vergangenen Jahren am Standort Ettenheim sehr erfolgreich als profilierte Leitungspersönlichkeiten Verantwortung für das Allgemeinbildende Gymnasium, die Beruflichen Schulen und die Realschule. Mit großem persönlichem Engagement führten sie die Schule durch herausfordernde Jahre, etwa der Pandemie, und sicherten die Profilierung sowie den guten Ruf der Schule weit über die Tore Ettenheims hinaus. Nicht zuletzt Eberhard Pfister und Nicola Heckner ist es zu verdanken, dass die Heimschule St. Landolin für viele Familien die erste Wahl bei der Suche nach einer guten weiterführenden Schule ist.

Zum neuen Schuljahr widmen sich nun beide neuen beruflichen Aufgaben. Eberhard Pfister bleibt mit seinem Profil als Theologe und erfahrener Schulleiter der Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg erhalten und wird das religiöse Profil aller Stiftungsschulen weiterentwickeln. Außerdem übernimmt er auf Bitten des Schulträgers Verantwortung für den Schulentwicklungsprozess der St. Ursula Schulen Freiburg Wiehre. „Ich bin dankbar für über zehn Jahre hier in Ettenheim, in denen mir die Heimschule St. Landolin mit ihrem außerordentlich engagierten Kollegium, der solidarischen Elternschaft, vor allem aber mit ihren ganz besonders liebenswerten Schülerinnen und Schülern sehr ans Herz gewachsen sind.“

Nicola Heckner wird als Schulleiterin an die École Saint-Sophie nach Luxemburg wechseln und somit eine 400 Jahre alte katholische Schule leiten. In Vorfreude auf diese Aufgabe erklärt Heckner: „Die Schule ist ähnlich groß wie die Heimschule, aber mit 53 verschiedenen Nationalitäten. Daher werde ich in vier Sprachen führen müssen: Auf Luxemburgisch, Deutsch, Englisch und vor allem auch auf Französisch. Ich freue mich sehr auf diese neue Herausforderung.“

Die Schüler und ihre Eltern versammelten sich gleich zu Beginn des Schulfestes in der Aula, um sich von den beiden zu verabschieden. Neben einem herzlichen Dank erhielten sie warmen Applaus. Das Vorstandsteam des Gesamtelternbeirates Holger Schnabel und Anja Schieble blickte auf eine vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit mit den Schulleitungen zurück. Aus Elternperspektive habe die Schule in den vergangenen Jahren sehr gut gearbeitet und insbesondere in Fragen der Schülerbeförderung habe sich die Schulleitung sehr engagiert eingesetzt. Dem herzlichen Dank schloss sich daher ein ebenso herzlicher Applaus der Schulgemeinschaft an.

Offiziell wurden die beiden in den letzten Tagen des Schuljahres von Stiftungsdirektor Patrick Krug verabschiedet. Mit Blick auf Frau Heckner stellte er heraus, dass mit ihr als Realschulrektorin die Heimschule weiter gewachsen und das trotz Corona- und Kirchenkrise. Dies lag sicher auch an Frau Heckners Blick für den ganzen Menschen. Sie erkannte das Potential und die Talente der Menschen und übertrug ihnen Verantwortung, an der sie wachsen konnten. Herr Krug lobte auch Frau Heckners Offenheit. Durch diese und ihre vielfältigen Kontakte baute sie ein Netzwerk, das die Realschule noch besser aufstellte und sogar den Bundestagspräsidenten und weitere Vertreterinnen und Vertreter der Politik an die Heimschule lockte. Auch Frau Heckners Liebe zur Kirchenmusik griff Herr Krug auf. Mit dem Bild der Chorklasse beschrieb er funktionierendes Schulleben, welches bedeutet aufeinander zu hören, um gemeinsam etwas zum Klingen zu bringen.

Frau Heckner selbst blickte sie auf die letzten fünf Jahre als Schulleiterin der Realschule zurück. Sie bedankte sich beim Kollegium für dessen Engagement und seine pädagogischen Ideen, wie die Schulentwicklungsgruppe, das Förderkonzept und Prüfungscoaching, außerschulische Kooperationen, die Einführung der Chorklasse und das neue Schutzkonzept der Schule. Auch bei Elternschaft und SMV bedankte sie sich für das gemeinsame Vorausdenken, die Umsetzung vieler Aktionen und Projekte und das aktive Mitwirken am Schulleben. „Ich bin stolz und dankbar, dass die Realschule heute so gut dasteht und kann die Realschule guten Gewissens in andere Hände übergeben.“ Einen besonderen Dank sprach Frau Heckner ihrem Schulleitungsteam mit den beiden Konrektoren Michael Kerstholt und Klaus Lehmann sowie Sekretärin Gabi Guggenbühler und den Stundenplanern Katharina Siefer, Elena Hartwich und Jason Sturm aus.

Natürlich verabschiedeten auch die beiden Konrektoren Frau Heckner mit einem persönlichen Redebeitrag. Michael Kerstholt bedankte sich aber auch für den Rat, die ehrliche Rückmeldung und die Begleitung durch Frau Heckner, die für ihn immer eine große Stütze war. Er endete, um ihrem Rat zu folgen: „Weniger reden, mehr zuhören.“ Klaus Lehmann stellte besonders zwei Eigenschaften der Powerfrau Nicola Heckner heraus: Die Fähigkeit Menschen zu lesen, ihnen Kraft und Selbstvertrauen zu geben und die Bereitschaft und den Mut zur Veränderung. Sichtbar wurden diese Eigenschaften an der Verjüngung des Kollegiums unter Frau Heckners Leitung und den verwirklichten Projekten der Schulentwicklung, die in der Planung zunächst nur kritisch beäugt worden waren. Zum Abschied gab er Frau Heckner die Bibelstelle Jesaja 43, 18-19 mit auf den Weg: „Denkt nicht mehr an das, was früher war; / auf das, was vergangen ist, achtet nicht mehr! Siehe, nun mache ich etwas Neues. / Schon sprießt es, merkt ihr es nicht? Ja, ich lege einen Weg an durch die Wüste / und Flüsse durchs Ödland.“

Zur Verabschiedung von Eberhard Pfister als Schulleiter des Allgemeinbildenden Gymnasiums und der Beruflichen Schulen sprachen sein Stellvertreter Stefan Kohnert und ebenfalls Stiftungsdirektor Patrick Krug. Stefan Kohnert schilderte dabei – ausgehend von seinen ersten Begegnungen mit Herrn Pfister – seinen ganz persönlichen Eindruck vom Wirken Herrn Pfisters als Schulleiter: „Sie sind ein warmherziger und integrer Mensch“. Er erinnerte sich an gemeinsames Lachen dank des feinen Humors und der Selbstironie, die Herrn Pfister auszeichne, und lud das Kollegium ein, alle in der Rede versteckten Pfister-Zitate zu finden. Für das geübte Publikum natürlich ein Leichtes. Außerdem habe Herrn Kohnert immer das breite Wissen Herrn Pfisters sowie seine tiefe Detailkenntnis in verschiedensten Bereichen beeindruckt.

Hieran schloss auch Stiftungsdirektor Krug an, der Herrn Pfister als einen Schulleiter charakterisierte, der bereit und in der Lage sei, sich in technische und strukturelle Zusammenhänge von Problemen hineinzuarbeiten und „tief in den Maschinenraum einer Schule hinein zu steigen“. Insbesondere mit Blick auf die digitale Infrastruktur der Schule sei er in vielen Fragen Vordenker gewesen und habe zeitgemäße Lösungen umgesetzt, die nun anderen Schulen als Vorbild dienten. „Über die Dinge Bescheid zu wissen, über die sie reden und entscheiden, ist Ihnen wichtig“, beobachtete Herr Krug und Herr Pfister sei daher auch im Kreise der Schul- und Internatsleiter als Multitalent in Bezug auf Problemstellungen des Schullebens anerkannt. Herr Pfisters hohe persönliche Einsatzbereitschaft habe er vor allem im vergangenen Jahr bei den komplizierten und politisch anspruchsvollen Fragestellungen der Schülerbeförderung kennen und schätzen gelernt. Das Fundament dieses hohen Engagements für die Heimschule St. Landolin und vor allem ihre Schülerinnen und Schüler beschrieb Herr Krug anhand des Bildausschnitt des Isenheimer Altars, auf das Herr Pfister von seinem Schreibtisch aus blickt: Johannes der Täufer mit dem Blick auf den gekreuzigten Jesus und der Inschrift aus dem Johannes-Evangelium: „Jener muss wachsen, ich aber kleiner werden.“ Herr Krug bedankte sich bei Herrn Pfister, dass er sich als Theologe und Pädagoge nach elf Jahren an der Heimschule verantwortlich an den Ursula-Schulen in Freiburg Wiehre sowie in der Schulstiftung bei der Weiterentwicklung der religiösen Profilierung einbringen werde.

Eberhard Pfister griff in seinen Abschiedsworten das Zitat aus dem Johannes-Evangelium auf, das ihm tatsächlich viel bedeute, denn die aus seiner Sicht entscheidende Perspektive sei, dass hier ein Gott dargestellt sei, der durch seine Menschwerdung ein unbedingtes Ja zu seiner Schöpfung ausspreche und sich in dieser Konsequenz schließlich sogar selbst dem Tod ausliefere – sich also klein mache – und dadurch den Menschen befähige, aufrecht und groß zu werden: Gott fordere eben nicht zum Niederknien und Sich-Klein-Machen auf. Herr Pfister zeigte sich sehr dankbar, dass er mehr als eine Dekade in herausgehobener Position in einem Kollegium arbeiten durfte, in dem dies auch der pädagogische Grundgedanke sei: Junge Menschen zu stärken und auch in bedrängenden Situationen nicht im Stich zu lassen, sondern sorgend zu begleiten. Sein Dank galt daher der Schulstiftung, die ihm dies ermöglicht habe und allen Lehrerinnen und Lehrern sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Heimschule, die diesen Geist mitgetragen haben.

 

Text: Isabell Rügner und Jakob Katzmann

Bild: Jens Müller