Leitbild

Leitbild der Heimschule St. Landolin

Die Menschen stärken

Unser Nachdenken über Schule orientiert sich an einem christlichen Menschenbild, das das Angenommensein des Einzelnen vor jeder Leistung oder Bedingung betont. (Amor ergo sum – weil ich geliebt werde, lebe ich.) Deshalb sehen wir es als vordringliche Aufgabe der Schule an, Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung zur Persönlichkeit behutsam zu begleiten und zu stärken.

Wir halten es für wesentliche Aufgaben schulischen Zusammenlebens,

  • Zuversicht zu ermöglichen in den eigenen Wert und die Möglichkeit guten, gelingenden Lebens,
  • die Bereitschaft, einen eigenen Standpunkt zu entwickeln und einzunehmen, zu fördern und vorzuleben,
  • Kritikfähigkeit zu stärken und Auseinandersetzung in der Sache als Bereicherung erfahrbar zu machen,
  • das Aushalten von Grenzen, den Umgang mit Verlust und Erfahrungen des Scheiterns und der eigenen Begrenztheit einzuüben,
  • Zeit und Offenheit füreinander zu haben,
  • den Jugendlichen Rückendeckung, Schutz und zugleich Widerstand zu sein.

Schule ist Leben in Gemeinschaft

Diese Aufgaben setzen voraus, Schule nicht nur als einen Ort des Lernens sondern als einen Erfahrungsraum, als einen Lebensort zu begreifen. Schule muss für uns deshalb ein Ort sein, an dem

  • gemeinsames Leben und Handeln mit und in allen Gruppen des Schullebens eingeübt werden kann,
  • Kommunikation und Kooperation als tragende Prinzipien einer Gemeinschaft erlebt werden können,
  • gemeinschaftlich aufgestellte Regeln als Hilfe für das Zusammenleben und als Entlastung des Einzelnen erfahren werden können,
  • Andersartigkeit und Vielfalt als Bereicherung erfahren werden können,
  • Verantwortung für das eigene Leben und für die Gemeinschaft übernommen werden kann,
  • Verantwortung für die Zukunft der Gesellschaft, für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung exemplarisch gelebt werden kann,
  • Offenheit und Vertrauen, Authentizität und Verlässlichkeit in den Beziehungen gelebt wird,
  • Die Freude am Leben und der Gemeinschaft, auch in Festen und Feiern, ihren Ausdruck finden kann.

Bildung ist mehr als Wissen

Schule ist eine Bildungsinstitution. In ihr geht es um Wissen, Fähigkeiten und Kompetenzen. Eine primär auf anwendbares, technisch orientiertes Wissen ausgerichtete Schule greift zu kurz. Bildung dient in der Sicht des Humanismus der Selbstgestaltung des Menschen, sie verhilft den „der Seele innewohnenden Kräften“ zur Entfaltung. (Humboldt)

Schule muss deshalb für uns folgenden Anforderungen genügen:

  • Sie vermittelt das in der Gesellschaft notwendige Grundwissen, sowie Grundkompetenzen auf qualitativ hohem Niveau.
  • Sie konfrontiert mit den unsere Kultur prägenden Traditionen und regt zur Auseinandersetzung mit ihnen an.
  • Sie bietet Anlass für Neugier, Freude am Erkennen und eigenständigen Erforschen der Umwelt.
  • Sie weckt und fördert die Bereitschaft zu Anstrengung und Leistung.
  • Sie lehrt das „Verstehen“, d. h. eine Form der Erkenntnis, die die Gründe des Erkannten weiß.

Junge Menschen brauchen Orientierung, Offenheit und Toleranz

Kinder und Jugendliche wachsen heute in einer pluralen Gesellschaft auf, in der die verschiedenen Sinngebungen, Weltdeutungen und Werthaltungen  miteinander konkurrieren. Orientierung wird für die Jugendlichen in einer Welt, in der (fast) alles möglich scheint, immer schwieriger.

Auch eine christlich geprägte Schule kann und will das Nebeneinander der verschiedenen Lebensmöglichkeiten nicht einschränken. Sie kann aber die grundlegenden Orientierungen weitergeben und vorleben, die unsere gemeinsamen Überzeugungen prägen. Sie lässt dabei in Toleranz und Offenheit andere Überzeugungen und Werthaltungen gelten und ist zu einer ehrlichen Auseinandersetzung mit diesen bereit.

Wir wollen an unserer Schule Orientierung anbieten, indem wir

  • die großen Erzählungen und Bilder unserer christlichen Tradition weitergeben und uns  handelnd damit auseinandersetzen.
  • die Überzeugung, dass der Sinn des Lebens in der Nächstenliebe liegt, im Umgang miteinander erfahrbar machen,
  • Solidarität gerade mit den Schwachen und Bedürftigen im Alltag der Schule leben und einüben,
  • die Erfahrung, dass wir immer wieder neu anfangen können, auch wenn wir Fehler machen und aneinander schuldig werden, weitergeben und erlebbar machen,
  • unseren Glauben an Gottes Wirklichkeit, den tragenden Grund unserer Orientierung,  im Schulleben spirituell erfahrbar werden lassen.

 

(Stand: 18.4.2011)